Wenn von luftgekühlter Eleganz auf Volkswagen-Basis die Rede ist, fällt unweigerlich ein Name: Karmann-Ghia (übrigens „Gia“ ausgesprochen, nicht „Dschija“). Die Zusammenarbeit zwischen dem Osnabrücker Karosseriebauer Karmann, dem italienischen Designstudio Ghia und Volkswagen brachte gleich mehrere außergewöhnliche Fahrzeugtypen hervor – darunter auch einige spannende Varianten, die nie den Weg in die Großserie fanden. Einst als „Hausfrauen-Porsche“ belächelt, genießen die eleganten Coupés heute Kultstatus und begeistern Klassikerfreunde auf der ganzen Welt. Seit den Anfängen der Trad Drive Crew gehört deshalb auch ein Karmann-Ghia TC 145 zum Fuhrpark.

 

Der Karmann-Ghia TC 145 wurde ab 1970 von Karmann do Brasil gefertigt und war eine eigenständige Entwicklung für den brasilianischen Markt. Technisch basierte das Touring Coupé auf dem Chassis des Karmann-Ghia Typ 34, erhielt jedoch eine komplett neu gestaltete Karosserie. Die flache Front, die lange Motorhaube und das markante Fließheck orientierten sich am Stil italienischer Gran Turismos jener Zeit und verliehen dem TC eine elegante, sportliche Erscheinung. Entworfen wurde das Fahrzeug vollständig in Brasilien – mit einer gelungenen Mischung aus europäischer Eleganz und amerikanischen Designeinflüssen.

 

Für den Vortrieb sorgte ein luftgekühlter 1,6-Liter-Boxermotor mit 54 PS. Nach europäischen Maßstäben klingt das überschaubar, doch in Brasilien galt der TC damals durchaus als sportliches Automobil. Das lag nicht zuletzt an der wirtschaftlichen Situation: Die protektionistische Politik der Militärregierung machte den Import ausländischer Fahrzeuge nahezu unmöglich. Ein Porsche 911 war offiziell nicht erhältlich – und so bot der TC mit seiner flachen Silhouette, optionalen Fuchsfelgen und auffälligen Farben wie Gelb oder Orange zumindest einen Hauch von Porsche-Flair. Dass die große, am Dach angeschlagene Heckklappe ein Merkmal war, das es beim 911 oder 912 nie gab, tat dem eigenständigen Charakter des TC keinen Abbruch.

 

Besonders bemerkenswert ist, dass der Karmann-Ghia TC nie exportiert wurde. Er entstand ausschließlich für den brasilianischen Heimatmarkt und wurde auch nur dort verkauft. Genau das macht ihn heute zu einem seltenen Exoten auf europäischen Oldtimer-Treffen. Zwischen 1970 und 1976 entstanden lediglich rund 18.000 Exemplare. Seine geringe Stückzahl, das eigenständige Design und die enge Verbindung zur Karmann-Ghia-Geschichte machen den TC heute zu einem begehrten Sammlerstück – vor allem für Liebhaber außergewöhnlicher Klassiker abseits der bekannten Volkswagen-Modelle.